BiogasRepowering by BIGATEC Mehr Leistung durch Innovation
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„Fallstrick“ Genehmigungsantrag und Probleme bei der Umsetzung von Repowering-Maßnahmen

In der Regel finden Repoweringsmaßnahmen durch Eigenmotivation des Anlagenbetreibers statt. Er möchte beispielsweise eine Ersatzinvestition tätigen, eine Anlagenerweiterung durchführen oder die Anlageneffizienz steigern. Der Ablauf eines Änderungsgenehmigungsänderungsverfahrens könnte beispielsweise wie folgt aussehen:

  1. Änderungswunsch des Betreibers einer Altanlage

Der Betreiber einer 10 Jahre alten BGA plant Änderungen. Er will seinen Substrateinsatz ändern, einen Feststoffeintrag installieren, einen zusätzlichen Behälter errichten, das Gärrestlager mit einer Gashaube versehen und das BHKW austauschen. Die Anlagenleistung wird nur unwesentlich erhöht. Es handelt sich bei diesen Maßnahmen also um einen typischen Fall von Repowering. Der Betreiber beauftragt ein Architekturbüro, das einen Genehmigungsantrag erstellt und diesen bei der Behörde für Immissionsschutz einreicht (BImSch-Antrag).


  1. Nicht aussagefähiger „Genehmigungsantrag“ bei der Behörde

Die Behörde prüft die Unterlagen, es fehlen wesentliche Dokumente und Informationen. (Bis hierhin sind mindestens ein bis zwei Jahre seit der Idee, die BGA zu verändern, vergangen.)


  1. Formulierung von Ansprüchen/Nachweisforderungen durch die Behörde

Die Behörde weist den Antrag zurück und setzt ein Schreiben auf, welche Unterlagen, Prüfzeugnisse und sonstige Nachweise der bestehenden Biogasanlage beizubringen sind. Außerdem wird die Vorlage eines Gutachtens eines Sachverständigen bzgl. Sicherheit und Wasserschutz für die Biogasanlage gefordert.


  1. Beauftragung eines Sachverständigen durch den Betreiber

Da der Betreiber keine andere Möglichkeit hat, als diesen Anforderungen nachzukommen, wird der Sachverständige notgedrungen beauftragt.


  1. Begehung und erster unverbindlicher (inoffizieller) Bericht des Sachverständigen

Der Sachverständige kommt zum Ortstermin und stellt etliche Mängel fest (z. B. Gasleitungen aus KG-Rohr, Arbeitsbühnen, deren statische Eignung fragwürdig ist, veraltete BHKW-Technik, fehlende Sicherheitstechnik hinsichtlich Wasserschutz und Betriebssicherheit usw.). Es wird kein offizieller Bericht erstellt, sondern nur ein Vorab-Bericht, da ansonsten ggf. die Stilllegung der BGA droht.

Alles zusammen führt zu Unverständnis und Bestürzung beim Betreiber, wegen der vielen ´´Angriffspunkte- und Baustellen´´.


  1. Beauftragung eines Planungsbüros

Da der Betreiber jetzt erkennt, dass er alleine nicht weiter kommt, wird ein Planungsbüro beauftragt. Dieses Büro nimmt Kontakt zur Behörde auf und klärt die wesentlichen Fragen im Vorfeld des Genehmigungsantrages ab. Es kommt zur

  1. Änderungsplanung
  2. Genehmigungsplanung

Der Genehmigungsantrag wird angenommen und in die Beteiligung gegeben und später genehmigt.


  1. Umsetzung der Änderungsplanung / Abnahmen durch den Sachverständigen (teilweise während der Umsetzung!)

Es sind etliche Anforderungen/Bestimmungen vor Inbetriebnahme zu erfüllen (Behältersanierung, Entwässerungskonzept…)

Die Behälter werden nacheinander entleert, gesäubert, saniert und vom Sachverständigen abgenommen. Auch die Sicherheitstechnik wird installiert. Zu guter letzt wird die BGA komplett der sicherheitstechnischen Abnahme und der Prüfung gemäß Wasserrecht unterzogen. Sie ist jetzt auf dem Stand der Technik.

Um einen solch unerfreulichen Ablauf zu vermeiden, bieten wir Ihnen gerne unsere Unterstützung bei der Planung Ihrer Repoweringmaßnahmen an. Bei einer Ortsbegehung und bei der Durchsicht Ihres vorhandenen Genehmigungsbescheides erkennen wir meist bereits erste Punkte, die wir im Vorfeld der Antragseinreichung bereits abarbeiten können.

Mit Ihnen zusammen erstellen wir ein Gesamtkonzept, das nicht nur die von Ihnen gewünschten (für Sie positiven) Änderungen, sondern auch die notwendigen Anpassungen an den Stand der Technik, sowie rechtliche Anforderungen enthält. Durch unser Hintergrundwissen ist es außerdem möglich weitere effizienzsteigende und kostensenkende Maßnahmen einzubringen. Ein ganz wesentlicher Aspekt bei dieser Vorgehensweise ist, dass in dem Änderungskonzept alle technischen Maßnahmen, sowie alle beteiligten Firmen und die Genehmigungsbehörde eingebunden sind.

Es entsteht ein abgestimmtes Gesamtkonzept.

Erst im Gesamtüberblick können Angebote für Einzelmaßnahmen eingeholt werden, die auch den tatsächlich benötigten Funktionsumfang beschreiben. Bei entsprechender Projektüberwachung resultiert daraus, dass am Ende aller Maßnahmen wieder eine funktions- und genehmigungsfähige Anlage steht und nicht ein teures Nebeneinander von Einzelmaßnahmen.

Wir sind uns durchaus darüber bewusst, dass dieser Punkt nur schwer einzusehen ist. Die Biogasanlage funktioniert ja schon seit Jahren und es soll nur ein kleines Detail geändert werden. In der Praxis ergibt sich dann oft die folgende Situation:

Wir befinden uns gedanklich ungefähr bei Punkt 5 der Aufzählung am Anfang dieses Kapitels. Der Betreiber ist nach Kontakt mit den Genehmigungsbehörden und dem Bericht des Sachverständigen zu der Überzeugung gekommen, dass er nicht nur, wie beabsichtigt, sein altes BHKW gegen ein neues BHKW austauschen und die anderen geplanten Änderungen durchführen kann, sondern dass er die erforderliche Sicherheitstechnik installieren muss. Er hat die Kröte geschluckt und möchte auch noch Aufträge für die folgenden Arbeiten vergeben:


-         alle Behälter müssen mit Sensoren für die Sicherheitstechnik ausgestattet werden.

-         Die meisten Rohrleitungen müssen ersetzt werden.

-         Installation einer Anlagensteuerung zum automatischen Betrieb der Anlage.

-         Erstellung der Genehmigungsplanung.


Das für die Erstellung der Genehmigungsplanung beauftragte Ingenieurbüro soll sich nur auf den Genehmigungsantrag beschränken, da der Betreiber gut vernetzt ist, vergibt er die sonstigen Aufträge selbst an gut bekannte Fachfirmen. So geschieht es: Die Genehmigung liegt vor (viel zu spät), der Betreiber hat alle Aufträge bereits vergeben, damit es jetzt endlich losgehen kann. Das neue BHKW steht als erstes. Die Behälter werden saniert und dichtgeprüft, die Sensoren werden an den Behältern montiert, Rohrleitungen werden ausgetauscht. Zwischenzeitlich kam der Wunsch auf, noch einige neue Rührwerke einzusetzen – wird gleich miterledigt – und letztendlich wird auch noch das Gärrestlager mit dem Gasspeicherdach versehen. Die Schaltschränke der Steuerung sind installiert, die Programmierung lässt noch ein bisschen auf sich warten. Na gut, der Sachverständige kann ja trotzdem zur Abnahme kommen, das ganze teure Zeug ist ja installiert. Es folgt die Auflistung des Sachverständigen 2. Teil, und bemängelt wird:


-         Das Explosionsschutzdokument und die Gefährdungsanalyse liegen nicht vor.

-         Es wird vermutet, dass die Elektroinstallationen an den Behältern nicht Ex-Schutz-konform ausgeführt ist.

-         Es ist keine Notfackel installiert. In der Nähe des BHKW ist kein regelkonformer Standort auszumachen.


Fazit:    Nach dem Bericht des Sachverständigen fordert der Betreiber die Fachfirmen auf, die Mängel kostenlos zu beheben. Die Fachfirmen beharren darauf, ihre Aufträge korrekt abgearbeitet zu haben. Was genau beauftragt wurde ist nicht festzustellen. Erst jetzt wird das Planungsbüro beauftragt die Fäden zusammenzuführen und für eine Abnahme der Anlage zu sorgen. Da die einzelnen Gewerke nicht, oder nicht optimal, aufeinander abgestimmt waren, ergeben sich teilweise erhebliche Nacharbeiten und Zusatzkosten. Die Sensoren in den Ex-Zonen müssen ausgetauscht werden, die Verkabelung muss geändert werden, die Programmierung der Anlagensteuerung ist zu überarbeiten, da die Sicherheitsketten nicht funktionieren usw. Durch diese Maßnahmen hat sich die Inbetriebnahme wesentlich verzögert.

 Dieses Beispiel zeigt auf, dass es durchaus angeraten sein kann, je nach Umfang der umzusetzenden Maßnahmen, das Planungsbüro nicht nur zur Erstellung des Genehmigungsantrages einzuschalten. Bei der Planung der Repoweringmaßnahmen selber hilft das Planungsbüro mit Hintergrundwissen bzgl. der gesetzlichen Anforderungen, es steht während der Genehmigungsphase i. d.R. in engem Kontakt zu den Behörden und informiert diese im Vorfeld über die Planungen. Doch auch nach Erteilung des Genehmigungsbescheides, wenn es um Koordinierung der anstehenden Arbeiten geht, hat das Planungsbüro aus seiner täglichen Arbeit und Erfahrung heraus einen größeren Überblick über die erforderlichen zu tätigenden Schritte, als der Betreiber.

Die Einbeziehung des Planungsbüros in dem aufgeführten Beispiel hätte einiges an Zeit und Kosten einsparen können!

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